„Die musische Kunst, Schlüssel der Kultur“

„Die musische Kunst, Schlüssel der Kultur“ 230 S. EU 20.- /Sfr. 30.- Versandkosten inbegriffen

Das Grundlagenwerk zum Verständnis der musischen Kunst, der Kunst, Dichtung zu sprechen, am Beispiel der griechischen Kultur. Mit zahlreichen herrvorragenden Uebersetzungen aus griechischen Quellen von J.W.Ernst.

Südliche Mittagsstille

Es schlummern
im Gebirge die Gipfel und die Tiefen
Felsenhöhn und Felsengründe
und was grünt und kreucht und Kraft zieht aus der
schwarzen Erde –
Wildtier das im Berg haust
und die Bienenvölker,
Untier in Abgründen auch
im schimmernd-dunklen Meer –
sie schlummern. Der Aar
auch, die Flügel weit spreitend, schläft.

„Dieses Gedicht stammt von Alkman, einem Dorer, Meister der Dichtungssprache dorisch-dialektischen Klanges, im frühen 6. Jahrhundert v. Chr. Er ist der Dichter des berühmten Gedichtes vom Schlummernaller, das man oft mit „Wanderers Nachtlied“ verglichen hat, doch es ist sein Gegenstück. Es ist die schlummernde Ueberhelle der südlichen Mittagshelle, der Siesta.
Der Gott dieser Dichtung ist Pan.

Das Gedicht bot sich zauberhaft für tänzerische Darstellung : wie in der flirrenden Mittagssonne jedes „un die sechste Stunde “ überwältigt einschläft, von der hohen Sonne eins ums andere klar konturiert. Genaues Gegenteil von Goethes Magie im „Nachtlied“, die die Konturen abendlich löst.“

Dieses Gedicht war eines der Lieblingsgedichte von J.W. Ernst. Er benutzte es oft im Unterricht mit seinen SchülerInnen, um grundlegende Elemente der Sprachgestaltung daran zu erläutern. Man fühlte sich dann in jene alten Zeiten Griechenlands zurückversetzt und ahnte ein wenig die Stimmung, in der dort gearbeitet wurde. (Dorothea Ernst)

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