{"id":24,"date":"2010-03-02T01:56:33","date_gmt":"2010-03-01T22:56:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jwernst.ch\/wordpress\/?page_id=24"},"modified":"2026-05-14T14:53:44","modified_gmt":"2026-05-14T11:53:44","slug":"uber-den-ursprung-der-sogenannten-allgemeinen-anthroposophischen-gesellschaft","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.jwernst.ch\/wordpress\/johann-wolfgang-ernst\/uber-den-ursprung-der-sogenannten-allgemeinen-anthroposophischen-gesellschaft\/","title":{"rendered":"\u00dcber den Ursprung der sogenannten &#8222;Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Ein Expos\u00e9 von Dr. J. W. Ernst, 1977<br \/>\nNeuauflage 1980. Mit Vorwort und Nachwort &#8211; Ausblick<\/p>\n<p>Verlag f\u00fcr Art und Kunst<br \/>\nD 7502 Malsch<br \/>\n<strong>INHALT<\/strong><\/p>\n<p>Vorwort : Seite I<\/p>\n<p>\u00dcber den Ursprung der sogenannten &#8222;Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, Seite 1<br \/>\nAnhang, Seite 30<br \/>\nNachwort, Seite 36<br \/>\nVorwort zur Neuauflage 1980<\/p>\n<p>Die nachfolgende Darstellung war bisher &#8222;Nur vom Verfasser pers\u00f6nlich zu beziehen&#8220;. Sie war nirgends annonciert oder buchh\u00e4ndlerisch aufgelegt und wurde nur an Interessenten, mit denen sich dem Verfasser ein direktes Gespr\u00e4ch \u00fcber das Thema ergeben hatte, abgegeben. Einige, die das Heft erwarben, gaben es an Bekannte, und einige gaben auch des Verfassers Adresse weiter oder bestellten bei ihm Exemplare zwecks Weitergabe. Auf diese Weise ersch\u00f6pfte sich die Auflage ohne jeden ver\u00f6ffentlichten Hinweis.<\/p>\n<p>Eine um Weihnachten 1979 erschienene Arbeit von Rudolf Saacke, &#8222;Der 8. Februar 1925&#8220; (vgl. hier, S.39) enth\u00e4lt nun in ihrem Literaturverzeichnis den Hinweis: &#8222;Dr.J.W.Ernst, \u00dcber den Ursprung der sogenannten &#8218;Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft&#8216;, 1977, Expos\u00e9, vom Verfasser zu beziehen&#8220;. &#8211; Damit ist die Nicht\u00f6ffentlichkeit ohne mein Zutun durchbrochen, und es bleibt mir nur, meine Darstellung \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich zu machen. Zumal der ortlose Hinweis &#8222;Vom Verfasser zu beziehen&#8220; sonst r\u00e4tselhaft bliebe.<\/p>\n<p>Grund zu der bisher beobachteten Zur\u00fcckhaltung war, da\u00df eine bestimmte geistige Macht die in diesem &#8222;Expos\u00e9&#8220; angestrebten Kl\u00e4rungen nicht wollte und sich gewalthaft dagegen stellte. Dem Verfasser seinerseits liegt es fern, seine Darstellung aufzudr\u00e4ngen oder sie durchsetzen zu wollen. Er wollte sie aber eindringlich zu Wort kommen lassen, wo Interesse daf\u00fcr besteht,- Die Funktion des &#8222;Expos\u00e9&#8220; l\u00e4\u00dft sich daher einem besorgt-intensiven, aber stimmlich ged\u00e4mpften Weckruf vergleichen. Ein solcher Ruf will das Ohr Wachender erreichen, aber die Schlafenwollenden ruhen lassen.<\/p>\n<p>Diese Einstellung wird sich nicht \u00e4ndern. Denn: &#8222;Bevor das Ohr vermag zu h\u00f6ren, mu\u00df die Empfindlichkeit ihm schwinden&#8220;.<\/p>\n<p>Doch es hat sich nun gezeigt, da\u00df trotz jener geistigen-ungeistigen Macht, die es bek\u00e4mpfte, ein dr\u00e4ngendes Interesse en der Klarheit und Wahrheit immer mehr wach, wird. Die nunmehr zu ver\u00f6ffentlichende Neuauflage will dem entgegenkommen.<\/p>\n<p>Ziel und Sinn der Darstellung ist zun\u00e4chst die biographische Kl\u00e4rung eines bestimmten Ereignisses. Eines Ereignisses, das sein schicksalhaftes Gewicht dadurch hat, da\u00df es die Tat einer Gegen-Initiative war gegen die soziale Sch\u00f6pfung Rudolf Steiners: die von ihm en Weihnachten 1923 zusammen mit einer Urversammlung gegr\u00fcndete<\/p>\n<p>(zweite) &#8222;Anthroposophische Gesellschaft&#8220;, die er damals als &#8222;Allgemeine&#8220;, n\u00e4her bezeichnete, doch war ihm das Adjektiv nicht in Jeder Beziehung Bestandteil des Namens.<\/p>\n<p>Diese soziale Sch\u00f6pfung Rudolf Steiners, wo ist sie? &#8211; Die Frage l\u00e4\u00dft sich g\u00fcltig nur beantworten durch Betrachtung des genannten Gegen-Ereignisses, welches das Schicksal der Gr\u00fcndung Rudolf Steiners seit mehr als einem halben Jahrhundert tragisch, hemmend, verwirrend bestimmt hat und dies hat tun k\u00f6nnen, weil Rudolf Steiner starb und weil die Wirkung der Gegenmacht seither nicht erkannt, ja diese Erkenntnis gescheut worden ist.<\/p>\n<p>Die Folge war, da\u00df das Gegenereignis auf Rudolf Steiners eigenem posthumen Schicksal lastet: Als solches ist zu bezeichnen das Schicksal der anthroposophischen Bewegung seit seinem Tode.<\/p>\n<p>Die Trag\u00f6die tr\u00e4gt die Signatur des Datums &#8222;8. Februar (1925)&#8220;, obwohl die Tat, um die es geht, erst nach diesem Tage geschehen ist und vor diesem Zeitpunkt vorbereitet werden mu\u00dfte. Es war eine Tat, die das Licht scheute. Nur die T\u00e4ter wu\u00dften damals darum, niemand sonst.<\/p>\n<p>Das Ereignis besteht darin, da\u00df unter dem Datum &#8222;8. Februar (1925)&#8220; die seither und bis heute amtierende &#8222;Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft&#8220; mit Sitz in Dornach gegr\u00fcndet worden ist. Gr\u00fcnder waren die f\u00fcnfzehn stimmberechtigten Mitglieder des &#8222;Vereins des Goetheanum&#8220;, welche en diesem Tage in au\u00dferordentlicher Generalversammlung dieses Vereins (lt. Protokoll, GA 37\/260a, S.559 ff) &#8222;einstimmig&#8220; beschlossen, ihren Verein insk\u00fcnftig in &#8222;Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft&#8220; umzubenennen.<\/p>\n<p>Rudolf Steiner war einer dieser f\u00fcnfzehn. Er lag am 8. Februar 1925 schwerkrank, er hat en dieser Versammlung nicht teilgenommen. Trotzdem wurde seine Stimme bei der Abstimmung gez\u00e4hlt, denn der Versammlungsleiter, Dr. Emil Grosheintz, hat dort &#8222;Rudolf Steiner vertreten&#8220;. &#8211; Auff\u00e4lligerweise erw\u00e4hnte Grosheintz (lt. Protokoll, w.o.) diese zentralwichtige Vertretung nur in einem Halbsatz. Er hatte keine Gru\u00dfadresse, geschweige Leitgedanken Rudolf Steiners vorzulesen, und er wies auch keine Vertretungsvollmacht vor. Die Abstimmung in jener Versammlung erfolgte global ohne jede Diskussion das gerade Gegenteil der Weihnachts-Gr\u00fcndung von 1923 mit Rudolf Steiner, siehe deren \u00fcber neun Tage sich erstreckendes Protokoll (GA 260) !<\/p>\n<p>Sodann steht &#8222;Rudolf Steiners&#8220; Unterschrift unter demjenigen Dokument, durch welches die Gr\u00fcndung des 118. Februar (1925)&#8211; legalisiert ist: die &#8222;Anmeldung f\u00fcr das Handelsregister&#8220; (= Vereinsregister, GA 37\/260a, S.564 ff, siehe das Faksimile dieses Dokuments im Anhang hier, S. 33 ff).<\/p>\n<p>&#8222;Rudolf Steiners Unterschrift&#8220; wurde beglaubigt von dem damaligen Amtsschreiber beim Oberamt Dorneck (-Thierstein), der dabei als Notar fungierte und seltsamerweise des, Dokument mit &#8222;Dornach den 8. Februar&#8220; ohne Jahreszahl datierte. Ein allzu merkw\u00fcrdiges Versehen f\u00fcr einen Amtsschreiber (- Vereinsregisterf\u00fchrer) und Notar ! &#8211; Der gleiche Amtsschreiber\/Notar erscheint in zahlreichen fr\u00fcheren vereinsrechtlichen Dokumenten (s. bei Saacke!), ohne da\u00df ihm jemals sonst ein \u00e4hnliches &#8222;Versehen&#8220; unterlief. &#8211; Ein deutscher Notar, dem der Verfasser das Dokument des &#8222;8. Februar&#8220; im Faksimile unterbreitete, \u00e4u\u00dferte, dieses weise so viele juristische M\u00e4ngel auf, da\u00df es von der Registerbeh\u00f6rde niemals h\u00e4tte akzeptiert werden d\u00fcrfen. &#8211; Zu beachten aber, da\u00df f\u00fcr dieses Dokument der Notar und der Registerbeamte eine Person waren ! &#8211; Wir haben hier im Text die Gepflogenheit eingerichtet, das fragliche Ereignis regelm\u00e4\u00dfig durch die Signatur: &#8222;8.Februar (1925)&#8220;, mit der Jahreszahl in Klammern, zu kennzeichnen, um dadurch die in der Handschrift des Amtsschreiber-Notars erstaunlicherweise fehlende Jahreszahl nirgends in Vergessenheit fallen zu lassen. Denn dieses Fehlen der Jahreszahl ist f\u00fcr die Interpretation \u00e4u\u00dferst folgenschwer.<\/p>\n<p>Im \u00fcbrigen sind in dieser Arbeit die kriminalistischen Aspekte mit Bedacht au\u00dfer Spiel gelassen. Da der Fall l\u00e4ngst verj\u00e4hrt ist, kommen vielmehr nur die Evidenzen und die evidenten Konsequenzen insoweit die letzteren bis heute virulent blieben, in Betracht.<\/p>\n<p>_________<\/p>\n<p>&#8211; Nach alledem ergibt sich folgendes Bild:<\/p>\n<p>Rudolf Steiner hat an Weihnachten 1923, zusammen mit achthundert &#8222;Anthroposophie -Freunden&#8220; (vgl.GA 37\/260a, S.4021), die -&#8222;(Allgemeine) Anthroposophische Gesellschaft&#8220; gegr\u00fcndet, indem er diesen achthundert die sorgf\u00e4ltig von ihm ausgearbeiteten Statuten vorschlug, in welchen seine &#8222;Erfahrungen von Jahrzehnten&#8220; Ausdruck gefunden haben (R.St., &#8222;Wtgg.&#8220;, GA 260,27.12.23, bei \u00a7 3), und er diskutierte diese Statuten eine Woche lang geduldig mit den achthundert, welche sie dann Punkt f\u00fcr Punkt (mit geringen \u00c4nderungen) einstimmig annahmen.<\/p>\n<p>Dann, wenig mehr als ein Jahr sp\u00e4ter, am 8.Februar 1925, gr\u00fcndete &#8222;Rudolf Steiner&#8220;, der schwer krank lag und wenige Wochen sp\u00e4ter starb, zusammen mit vierzehn anderen Personen, eine zweite Gesellschaft gleichen Namens, &#8222;die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft&#8220;, auch mit den gleichen Namen im Vorstand wie die des Vorstandes der Weihnachts-Gesellschaft von 1923 &#8211; aber mit v\u00f6llig anderenStatuten. &#8222;Er&#8220; h\u00e4tte dies getan, ohne der ein Jahr vorher von ihm gegr\u00fcndeten Gesellschaft von (damals) 12000 Mitgliedern die geringste Mitteilung dar\u00fcber zukommen zu lassen. Er h\u00e4tte seine eigene, hochwichtige Gr\u00fcndung von Weihnachten 1923 gr\u00f6blich ignoriert und sie &#8211; und sich &#8211; durch die Neugr\u00fcndung recht eigentlich verh\u00f6hnt.<\/p>\n<p>&#8211; H\u00e4tte Rudolf Steiner dies wirklich getan, so h\u00e4tte er einen grotesken und frivolen Rechtsbruch begangen, sowohl gegen die , achthundert aus aller Welt, die an Weihnachten 1923 mit ihm zusammen gr\u00fcndeten, als auch gegen die zw\u00f6lftausend in aller Welt, deren Rote Mitgliedskarten er 1924 s\u00e4mtlich unterschrieben hatte. Er h\u00e4tte zudem gehandelt ohne irgend ein erdenkliches Motiv.<\/p>\n<p>Rudolf Steiner war nach allen erh\u00e4ltlichen Zeugenaussagen bei vollem Bewu\u00dftsein bis zum Augenblick, als er die Erde verlie\u00df. Und es ist selbstverst\u00e4ndlich, da\u00df er eines Rechtsbruches, oder einer sozialen Frivolit\u00e4t gegen die Mitgliedschaft der Anthroposophischen Gesellschaft, nicht f\u00e4hig war.<\/p>\n<p>Nimmt man nur diese zwei Evidenzen ernst, so ist evident, da\u00df das Ereignis des 8. Februar (1925) eine Gewalttat war, ver\u00fcbt an Rudolf Steiner &#8211; ein Frevel, begangen von seinen Gegnern, unter Mi\u00dfbrauch seiner Wehrlosigkeit als ans Bett gefesselter Todkranker, und unter Mi\u00dfbrauch der Vertrauensbereitschaft, die unter den wohlmeinenden Anthroposophie-Freunden herrschte.<\/p>\n<p>Der vorstehend skizzierten Evidenz wird von einigen die Behauptung entgegengesetzt, *Rudolf Steiner* h\u00e4tte in Vereinsangelegenheiten willk\u00fcrlich, selbstherrlich, \u00fcber die K\u00f6pfe der Mitglieder hinweg, also habituell antisozial gehandelt. Diese Behauptung d\u00fcrfte urspr\u00fcnglich von den Gegnern Rudolf Steiners ausgestreut worden sein, um sein Ansehen zu sch\u00e4digen. Doch sie wurde von Wohlmeinenden wiederholt, mit erstaunlichen Resultaten: &#8218;In dem Augenblick, wo Rudolf Steiner die Weihnachtstagung als gescheitert ansehen mu\u00dfte, schob er sie beiseite und tat, was der Augenblick verlangte, n\u00e4mlich der Gesellschaft eine der jetzigen Situation entsprechende Konstitution&#8220;, und (am 8.Februar 1925) &#8222;dem Bauverein einfach (!) den Namen &#8218;Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft&#8216; zu geben&#8220; &#8211; so schrieb k\u00fcrzlich ein Freund (H.K., in &#8222;Mitteilungen&#8230; &#8222;, red. J.Streit, Osterheft 1980, s.Lit.Vz.).<\/p>\n<p>Nach dieser Ansicht h\u00e4tte Rudolf Steiner die rund 12000 Mitglieder der ein Jahr zuvor von ihm gegr\u00fcndeten Gesellschaft, mit denen er als Vorsitzender in bindendem Vertragsverh\u00e4ltnis stand, als quantit\u00e9s n\u00e9gligeables behandelt, denen er (obwohl jede Woche das Mitteilungsblatt erschien) nicht einmal mitzuteilen brauchte, dass er &#8222;die Weihnachtstagung als gescheitert ansah und sie beiseite schob&#8220; , und er h\u00e4tte \u00dcberdies sich nicht gescheut, mit dem Namen der Weihnachtsgr\u00fcndung &#8211; dem Namen Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft &#8211; eigenm\u00e4chtig umzuspringen, ohne die zw\u00f6lftausend um ihre Zustimmung zu fragen! &#8211; Der Freund verfolgt offensichtlich nicht etwa die Absicht, Rudolf Steiner zu verunglimpfen. Er m\u00f6chte ihn nur als einen entschlossenen Mann zeigen, der &#8222;tut, was der Augenblick verlangt&#8220; &#8211; und so stellt er ihn unversehens als einen Despoten hin, der r\u00fccksichtslos \u00fcber Tausende hinwegschreitet, die in ihm das Ideal des Menschentums sahen. Der wohlmeinende Freund tat dies offenbar nicht mit Bedacht.<\/p>\n<p>Rudolf Steiners eigenes Ideal war allerdings nicht das milit\u00e4rische Kommando \u00fcber das Schicksal Tausender hinweg, sondern seine Anschauung war: Die von ihm vertretene &#8222;Anthroposophie f\u00fchre zu Ergebnissen, die &#8230; zu einem wirklich auf br\u00fcderlicher Liebe auf gebauten sozialen Leben f\u00fchren&#8220; k\u00f6nnen. Siehe den Abschnitt 3 der Weihnachtstagungsstatuten. &#8211; Br\u00fcderliche Liebe als Grundlage des sozialen Zusammenlebens verbietet selbstverst\u00e4ndlich jede soziale Missachtung, gegen den einzelnen, aber gegen alle erst recht.<\/p>\n<p>Nach einem bereits fr\u00fch in Umlauf gesetzten Gerede w\u00e4re die Namens\u00e4nderung vorgenommen worden, um eine &#8222;Hand\u00e4nderungssteuer&#8220; zu sparen. Dieses Gerede ist unglaubw\u00fcrdig. Es bestand nie ein Grund, den Goetheanum-Bauverein seines Verm\u00f6gens zu entkleiden.<\/p>\n<p>Vor einigen Jahren wurde bekannt, da\u00df Rudolf Steiner im September 1924 gegen\u00fcber einigen Pers\u00f6nlichkeiten (Eurythmistinnen und anderen) ge\u00e4u\u00dfert hat, &#8222;Die Weihnachtstagung ist misslungen&#8220;. Seither datiert ein neuer, erschreckender Versuch, den &#8222;8.Februar (1925)&#8220; als autokratische Eigenm\u00e4chtigkeit + Rudolf Steiners + zu &#8222;erkl\u00e4ren&#8220;: Er habe die Gr\u00fcndung von Weihnachten 1923&#8243;einfach&#8220; fallen gelassen, um &#8211; hinter dem R\u00fccken der 12000 Mitglieder ! &#8211; eine neue Gesellschaft zu gr\u00fcnden, und er habe weiterhin sogar verf\u00fcgt, da\u00df das Gr\u00fcndungsdokument dieser Gegengr\u00fcndung geheim zu halten sei! Und so weiter.<\/p>\n<p>Was bei all den Versuchen, den unerkl\u00e4rlich scheinenden &#8222;8.Februar&#8220; zu erkl\u00e4ren, auff\u00e4llt, es ist, wie unbedenklich immer wieder auf Kosten Rudolf Steiners &#8222;erkl\u00e4rt&#8220; wird. Wie unbedenklich er als ein Mensch hingestellt wird, der seine Nebenmenschen mi\u00dfachtet, und sogar Recht und Gesetz verachtet habe. Wie kommt es, dass selbst Wohlmeinende immer wieder nicht merken, was sie mit solchem Vorgehen Rudolf Steiner antun? &#8211; Es kommt offenbar daher, dass sonst zugegeben werden m\u00fcsste, dass Rudolf Steiner zum Opfer eines Betrugs hat werden k\u00f6nnen: Das aber widerspr\u00e4che der herrschenden Meinung, wonach ein Rudolf Steiner verm\u00f6ge seiner h\u00f6heren F\u00e4higkeiten jeden Betrug m\u00fchelos h\u00e4tte aufdecken k\u00f6nnen Diese evident irrt\u00fcmliche Meinung steht \u00fcbrigens in direktem Gegensatz zu klaren \u00c4u\u00dferungen Rudolf Steiners \u00fcber das Wesen der h\u00f6heren F\u00e4higkeiten und \u00fcber das moralische Verhalten, das sie auferlegen.<\/p>\n<p>Das biographische Bem\u00fchen um Rudolf Steiner mu\u00df unter allen Umst\u00e4nden von der Evidenz seiner moralischen und sozialen Integrit\u00e4t ausgehen. Wer dies nicht beachtet, ger\u00e4t ins Absurde. &#8211;<\/p>\n<p>&#8211; Die im September 1924 von Rudolf Steiner gemachte \u00c4u\u00dferung, &#8222;Die Weihnachtstagung ist mi\u00dflungen&#8220; darf durchaus nicht in einem absoluten, resignierenden Sinn verstanden werden. H\u00e4tte er damals resigniert, so h\u00e4tte er offenbar die Pflicht gehabt, dies nicht einzelnen, sondern allen zu sagen, und er h\u00e4tte \u00fcberdies zugleich als Vorsitzender in aller Form zur\u00fccktreten m\u00fcssen. F\u00fcr einen Vorsitzenden, der gr\u00f6\u00dfere Rechtsgesch\u00e4fte get\u00e4tigt hat, k\u00e4me ein stillschweigendes Verlassen seines Postens einer widerrechtlichen Flucht gleich. &#8211; Wo immer man die Dinge anfa\u00dft: jeder Versuch, Rudolf Steiners Integrit\u00e4t &#8222;beiseite zu schieben&#8220;, ger\u00e4t ins Absurde.<\/p>\n<p>Jene \u00c4u\u00dferung im September 1924, die er an einzelne Menschen richtete, aber gewi\u00df nicht als rein private Mitteilung, er mag sie als einen Weckruf gemeint, und er mag auf weiterf\u00fchrende Reaktionen gehofft haben &#8211; die dann nicht kamen.<\/p>\n<p>Angesichts einer Tat wie der des &#8222;8.Februar (1925)&#8220; pflegen viele vor allem nach den T\u00e4tern zu fragen. In der jetzigen, vorger\u00fcckten Stunde des Jahrhunderts ist jedoch die Frage nach den T\u00e4tern unsachlich, sogar vom Gesetz verwehrt. Denn insoweit die Rechtspflege sich mit der Tat h\u00e4tte befassen sollen, ist es zu sp\u00e4t, sie ist verj\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Es geht heute nicht mehr um die T\u00e4ter, sondern um das Ereignis als solches, und um die von der Wucht Getroffenen.<\/p>\n<p>Getroffen von der Tat des &#8222;8.Februar (1925)&#8220; wurde in erster Linie Rudolf Steiner, sein damaliges und seither sein posthumes Schicksal. Denn die Wirkung dieser Tat blieb bis heute im vollen Umfang virulent, da das Resultat derselben das bis heute g\u00fcltige Statut der sogenannten &#8222;Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft&#8220; ist. &#8222;Rudolf Steiners&#8220; Namenszug auf dem Gr\u00fcndungsdokument schafft noch immer jeder Amtshandlung des am Goetheanum amtierenden Vorstandes der &#8222;A.A.G.&#8220; die autoritative Grundlage. Daher denn dieser Vorstand bei umstrittenen Amtshandlungen sich ausdr\u00fccklich auf diese, &#8222;Unterschrift&#8220; Rudolf Steiners zu berufen pflegt.<\/p>\n<p>Eine Unterschrift Rudolf Steiners unter die Statuten der Weihnachtstagung, um diese zu legalisieren, scheint es nicht zu geben. Warum nicht? H\u00e4tte Rudolf Steiner es einfach vers\u00e4umt, eine solche zu setzen und sie beglaubigen zu lassen? &#8211; Dies h\u00e4tte ihn doch nur wenig Zeit gekostet, so da\u00df die Behauptung, er habe im ganzen Jahr 1924 nie die Zeit hierzu gefunden (vgl. S.301) jeder Glaubhaftigkeit entbehrt. Hat er doch 1924 zw\u00f6lftausend mal seinen Namen unter die roten Mitgliedskarten gesetzt ! H\u00e4tte er dies getan, obwohl er &#8222;wegen Reisen und Krankheit&#8220; nicht die Zeit fand, zuerst das Grundlagedokument zu unterzeichnen, das ihn zu jenen 12000 Namenszugsetzungen erst berechtigte? &#8211; Und wenige Wochen vor seinem Tode h\u00e4tte er dann dennoch Zeit und Kraft gefunden, um ein seine eigene Gr\u00fcndung vernichtendes statutarisches Gegengr\u00fcndungs-Dokument durch seinen Namenszug zu legalisieren -,einen Wechselbalg gleichen Vereinsnamens, aber durchaus anderen Charakters ! &#8211; Denn ihr Statut bestimmt einer Gesellschaft den Charakter.<\/p>\n<p>&#8211; Das Dokument des &#8222;8.Februar&#8220; ohne Jahreszahl ist manipuliert. Es hat den \u00fcberaus kundigen Gegnern Rudolf Steiners dazu gedient, fremdes Karma, das er nicht verschuldete, auf ihn &#8222;sich entladen&#8220; zu lassen, und diese &#8222;von anderen erschuldete Selbstheitsschuld&#8220; lastet tragisch auf ihm noch. &#8211; Und jede Amtshandlung unter Berufung auf seine Schein- &#8222;Unterschrift&#8220; auf dem Gegengr\u00fcndungs-Dokument der 116.Februar-Gesellschaft&#8220; vermehrt ihm die Last. Und diese Furchtbarkeit wird immer weiter sich steigern, bis endlich Freunde Rudolf Steiners sich finden, die bereit sind, die Dinge zur Kenntnis zu nehmen, sie auch ernst zu nehmen, und so allm\u00e4hlich sie ihm abzunehmen.<\/p>\n<p>In fr\u00fcheren Zeiten &#8211; so hat Rudolf Steiner in einem Vortrag aus gef\u00fchrt, pflegte es &#8222;das D\u00e4monische&#8220; zu sein, was Menschen in die Tragik f\u00fchrte: Damit ist es vorbei. Menschen, die heutigentags sich von d\u00e4monischen M\u00e4chten besessen sein lassen, werden nie mehr zu tragischen Gestalten, sondern nur zu verbrecherischen, die kein n\u00e4heres Interesse verdienen. Heutigentags muss kein Mensch sich den D\u00e4monen hingeben, denn &#8222;wir stehen heute im Zeitalter des frei werdenden Menschen, wo er als d\u00e4monischer Mensch eigentlich ein Anachronismus ist&#8220;. &#8211; Was aber &#8222;beim modernen Menschen zur tiefen innerlichsten Tragik f\u00fchren&#8220; kann, ist &#8222;das Erleben des Karma&#8220;: &#8222;Was kann aus einem Worte, das ich ausgesprochen habe, alles werden! Das Wort lebt weiter&#8230;.(Es) wird eine Gewalt, die aber von dem Menschen ausgegangen ist. Das ist sein Karma, &#8230; das sich wiederum zur\u00fcck auf ihn entladen kann. Da kann &#8230; durch das Wort, das sein eigenes Dasein f\u00fchrt, &#8230; das Tragische werden.&#8220; (R.Steiner Vtr.v.9.6.23, GA 276).<\/p>\n<p>Die \u00e4rgste Tragik aber &#8222;wird&#8220;, wenn geschriebenes Wort und gar ein Namenszug als &#8222;Unterschrift&#8220; auf einem folgenschweren Dokument missbr\u00e4uchlich &#8222;steht&#8220; und posthum Wirkung tun muss. Und wenn die Freunde des Missbrauchten ihm nicht zu Hilfe eilen &#8211; wollen.<\/p>\n<p>&#8211; Getroffen wurde von diesem Karma und der Tragik mit Rudolf Steiner auch die von ihm auf Erden repr\u00e4sentierte anthroposophische Bewegung. Diese konstituiert sich existentiell aus denjenigen h\u00f6heren, den michaelischen Geistern, welche Rudolf Steiner inspirierten.<\/p>\n<p>Und getroffen wurde drittens jeder einzelne Angeh\u00f6rige des anthroposophischen Karmakreises.<\/p>\n<p>Auf diese dreierlei von dem Schicksalsschlag des &#8222;8.Februar (1925)&#8220; Getroffenen kommt es an.<\/p>\n<p>Die eigentlichen Urheber der schlimmen Taten sind wohlbekannt. Es sind jene &#8222;ahrimanischen&#8220; Geister, die sich der von Rudolf Steiner auf Erden entfachten anthroposophischen Bewegung entgegenstemmen. Dazu diejenigen der &#8222;luziferischen&#8220; Geister, die sich den ersteren zu dienen anheischig gemacht haben. &#8211; Solche Unsichtbaren pflegen sich in Gestalt menschlicher Schw\u00e4chen zu manifestieren und so ihre Ziele zu erreichen. &#8211; Auf sie alle kommt es nicht en, und auch nicht auf die Menschen, die den Schw\u00e4chen unterliegen, solange sie unterliegen.<\/p>\n<p>Vor dem ungeheuren Tatbestand des Schicksals Rudolf Steiners, der anthroposophischen Bewegung und des zu ihr geh\u00f6rigen Karmakreises verbla\u00dft die Frage nach den T\u00e4tern und einzig die Frage nach dem Schicksal der guten Geister bleibt wesentlich. So wie im Angesicht der Passion, die nach Golgotha f\u00fchrte, alle Fragen nach irgendwelchen &#8222;Kaiphas, Pilatus oder Judas&#8220; m\u00fc\u00dfig wurden.<\/p>\n<p>Leser der Erstauflage, die nicht genau genug lasen, haben in den Partien mi\u00dfverstanden, wo von G\u00fcnther Wachsmuth die Rede ist. Daher sei in diesem Vorwort vorweg festgestellt, da\u00df der Verfasser nicht G\u00fcnther Wachsmuth f\u00fcr den Urheber der ungeheuren Tat des 8. Februar (1925) h\u00e4lt, und auch nicht f\u00fcr den Schuldigen, der sie zur Ausf\u00fchrung brachte. F\u00fcr beides war G\u00fcnther Wachsmuth damals viel zu jung: schon dieser Umstand entlastet ihn. &#8211; Die Schuld, die ihm allerdings zur Last f\u00e4llt, besteht darin, da\u00df er die Tat verteidigte, offenbar wider besseres Wissen. Zu der Verteidigung bediente er sich zahlreicher objektiver Unwahrheit en. Da eine \u00dcbeltat nicht anders zu verteidigen ist, blieb ihm &#8222;keine Alternative. &#8211; da\u00df er nicht gewu\u00dft h\u00e4tte, dies zu glauben, verbietet seine evidente Intelligenz. Jedoch G\u00fcnther Wachsmuth stand in ganz bestimmten schicksalhaften Bindungen.<\/p>\n<p>Das Interesse der Verstorbenen ist bekanntlich anders gewendet als das der Lebenden. Der Verstorbene empfindet ein intensives inneres Bed\u00fcrfnis, da\u00df in Ordnung komme, was durch ihn im Leben verfehlt ward. Er begehrt jede Wahrheit, die er im Leben nicht hat zur Geltung kommen lassen, und er dr\u00e4ngt mit Ungeduld, da\u00df zurecht ger\u00fcckt werde, was er im Leben ins Unrichtige oder Unrechte geschoben hat. &#8211; Ein Leser, der dem Verfasser schrieb, hat bemerkt, da\u00df in diesem &#8222;Expos\u00e9&#8220; das verborgene Wahrheit-Begehren und Dr\u00e4ngen nach Zurechtr\u00fcckung f\u00fchlbar ist, welches der im M\u00e4rz 1963 verstorbene G\u00fcnther Wachsmuth auf seiner R\u00fcckw\u00e4rtswanderung durch das vergangene Leben ausstrahlt. Diesem Begehren und Dr\u00e4ngen Geh\u00f6r zu schaffen, ist der Liebesdienst, den man diesem Verstorbenen heute erweisen kann.<\/p>\n<p>* * *<br \/>\nJedoch nicht von G\u00fcnther Wachsmuth, sondern von der Passion Rudolf Steiners, welche seine Gegner damals ihm bereiteten, damit sie posthum weitergehe, handelt dieses &#8222;Expos\u00e9 \u00fcber den Ursprung der sogenannten Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Expos\u00e9 von Dr. J. W. Ernst, 1977 Neuauflage 1980. Mit Vorwort und Nachwort &#8211; Ausblick Verlag f\u00fcr Art und Kunst D 7502 Malsch INHALT Vorwort : Seite I \u00dcber den Ursprung der sogenannten &#8222;Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, Seite 1 Anhang, Seite 30 Nachwort, Seite 36 Vorwort zur Neuauflage 1980 Die nachfolgende Darstellung war bisher &#8222;Nur &hellip; <a href=\"https:\/\/www.jwernst.ch\/wordpress\/johann-wolfgang-ernst\/uber-den-ursprung-der-sogenannten-allgemeinen-anthroposophischen-gesellschaft\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u00dcber den Ursprung der sogenannten &#8222;Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft&#8220;<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":8,"menu_order":2,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-24","page","type-page","status-publish","hentry"],"jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.jwernst.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/24","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.jwernst.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.jwernst.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jwernst.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jwernst.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=24"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.jwernst.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/24\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":294,"href":"https:\/\/www.jwernst.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/24\/revisions\/294"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jwernst.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/8"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.jwernst.ch\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}